Willkommen beim NABU Mainz und Umgebung


Beweidung auf Naturschutzflächen erhalten und Artenvielfalt fördern

Offener Brief an Frau Landesministerin Katrin Eder

Sehr geehrte Frau Ministerin,
hocherfreut haben wir Ihre Pressemitteilung vom 15.06.2022 zur Kenntnis genommen, in
der Sie anlässlich des erneuten Programmstarts der Weidetierprämie die Bedeutung von
Beweidung für Artenvielfalt und Biodiversität hervorgehoben haben. Zuletzt erschienene
Presseartikel aus Rheinhessen zeigen jedoch, wie schnell es dazu kommt, dass
Beweider:innen aufgrund von Hürden und geringer Wertschätzung dieser wichtigen Aufgabe
nicht mehr nachgehen können. Da dies in unserem Bereich nun wiederholt vorkommt,
wenden wir uns direkt an Sie.
Beweidung ist für offene und halboffene Naturschutzflächen von essentieller Bedeutung.
Viele Pflanzen und Tierarten sind auf Verbiss, Offenhaltung und Trittschäden durch Schafe,
Rinder, Esel, Ponys oder Ziegen angewiesen. Diese schonende und naturschutzfachlich
wertvolle Pflege gewährleisten Naturschutzverbände, Biotopbetreuer:innen und Gemeinden
seit Jahrzehnten im enger Absprache mit den für die Beweidung nötigen Tierhalter:innen,
wobei diese Absprachen einzuhalten sind.
Dabei müssen immer auch Kompromisse gefunden werden, die für eine Zusammenarbeit
nötig sind. Es müssen gemeinsam Lösungen gefunden werden, die aber das Gesamtziel einer
nachhaltigen Pflege durch Beweidung nicht gefährden. Das Gesamtkonzept muss nicht nur
aus naturschutzfachlicher Sicht passend, sondern auch logistisch machbar sein – auch und
gerade für Ehrenamtliche. Es werden immer wieder Einzelprobleme auftreten, was aber
nicht dazu führen darf, dass Beweidung generell in Frage gestellt wird. Ebenfalls ist es nicht
zielführend, unterschiedliche Beweidungsformen und Weidetierarten gegeneinander
auszuspielen.
Ohne Beweidung sind die Hotspots der Artenvielfalt in unserer Region – gleich ob groß oder
klein – nicht zu halten. Nur so können wertvolle und zusammenhängende Biotope erhalten
werden. Ohne Weidetiere wäre die für viele Arten benötigte Offenhaltung nicht möglich. In
den Beweidungskonzepten steht nicht das einzelne Tier oder die einzelne Blüte im
Vordergrund, sondern das gesamte Ökosystem an sich. Nur so lassen sich gesamte
Biozönosen entwickeln, erhalten und fördern, selbst wenn einzelne Blühaspekte oder
Tierarten zeitlich und räumlich begrenzt unter Druck geraten.
Punktuell werden mit hohem finanziellem Aufwand und dem Einsatz von Maschinen in
einigen Naturschutzgebieten und anderen wertvollen Biotopen von uns
Naturschutzverbänden – fast immer mit Hilfe von Ehrenamtlichen – Ökosysteme erhalten,
die ohne Pflege verschwinden würden. Dies kann jedoch auf keinen Fall flächendeckend die
Beweidung ersetzen und verkennt die vorhandenen ehrenamtlichen (und auch gewerblichen)
Möglichkeiten.
Wir würden es sehr begrüßen, wenn Sie und ihr Haus die wertvolle Pflegeleistung der letzten
Beweider:innen auch und gerade in Rheinhessen dergestalt wertschätzend anerkennen, dass
logistische und behördliche Hürden für Beweider:innen in der Landschaftspflege abgebaut
werden und entsprechend auch auf andere Akteure eingewirkt wird, so dass dieses zentrale
Element des Naturschutzes und der Kulturlandschaft erhalten bleibt.

Unterzeichnende
NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband Rheinland-Pfalz
BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) Landesverband Rheinland-Pfalz
GNOR (Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie Rheinland-Pfalz)
SDW (Schutzgemeinschaft Deutscher Wald) Landesverband Rheinland-Pfalz
RNG (Rheinisch Naturforschende Gesellschaft)
NABU (Naturschutzbund) Mainz und Umgebung
AKU (Arbeitskreis Umwelt Mombach)
VLN (Verein lebenswertes Nackenheim)
BUND Kreisgruppe Mainz-Bingen
NABU (Naturschutzbund) Bingen und Umgebung
Neben den Erstunterzeichner haben sich mittlerweile auch die Naturschutzgruppe Ingelheim (NSGI) und der NABU Stadecken-Elsheim dem Brief angeschlossen.


Wassermangel setzt der Grünen Brücke zu

Die anhaltend hohen Temperaturen und die geringen Niederschläge setzen der Vegetation in Mainz stark zu und die Pflanzen der Grünen Brücke sind keine Ausnahme. Aufgrund der Lage und der baulichen Gegebenheiten handelt es sich bei den Beeten um einen Extremstandort, der in solchen Fällen eine erhebliche Bewässerung erforderlich macht.
In den vergangenen Jahren wurde dies durch die Ehrenamtlichen des NABU wöchentlich mehrere Stunden lang sichergestellt. Zu diesem Zweck wurde seitens der Stadt ein Hydrantenzugang an das Wassernetz zur Verfügung gestellt.    
Seit mehreren Wochen wurde jedoch die Wasserzuleitung auf der Grünen Brücke abgestellt. Dies macht es den Ehrenamtlichen des NABU unmöglich, sich wie in den vergangenen Jahren um eine ausreichende Bewässerung zu kümmern.
Es ist dem NABU trotz Bemühungen bisher nicht gelungen herauszufinden, wie lange der Schaden und die Abstellung noch anhalten wird. Entsprechend vertrocknen auf der Brücke die vom NABU über Jahre eingesetzten Pflanzen, da aufgrund der benötigten Wassermenge eine andere Lösung nicht umsetzbar ist.
Seit 2011 hat der NABU die Pflege der oberen Beete auf der Grünen Brücke übernommen und versucht, hier eine naturnahe Bepflanzung zu entwickeln. Dies geschieht ehrenamtlich und auf eigene Kosten.
Der NABU hofft, dass sich die Situation möglichst schnell klärt und der Wasserzugang wiederhergestellt wird. Erst dann können wir nach erneuten Bewässerungsaktionen sehen, ob und wie viele der Pflanzen trotzdem überlebt haben.

Update: Seit dem 6. Juli steht uns wieder Wasser zur Bewässerung der Beete und Kübel zur Verfügung. Wir können nun wieder regelmäßig wässern und die nächsten Wochen werden zeigen, wie groß die Pflanzenverluste sind. Im Herbst werden wir dann in einer Pflanzaktion wieder die Lücken mit neuen Pflanzen füllen.


Petition "Kein Ausbau der A 643 im Naturschutzgebiet"

Der geplante sechsspurige Autobahnausbau der A 643 wird den Lennebergwald und den Mainzer Sand weiter stark gefährden. Der Mainzer Sand hat eine in Europa einzigartige Pflanzen- und Tierwelt. Als Flora-Fauna-Habitat und EU-Vogelschutzgebiet und Teil des Natura 2000 Netzwerks genießt er höchsten Schutz auf europäischer Ebene.

 

Wir setzten uns für den Erhalt ein! Wenn Sie uns unterstützen wollen, dann finden Sie hier mehr Informationen.


Termine und Veranstaltungen

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Dann finden Sie hier eine Übersicht zu unseren aktuellen Terminen.


Für Mensch und und Natur

Gruppenfoto anlässlich des 111jährigen Jubiläums (Foto: Bodo Witzke)
Gruppenfoto anlässlich des 111jährigen Jubiläums (Foto: Bodo Witzke)

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt. Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.

 

Wenn Sie sich vorstellen können für die Natur hier in Mainz und Umgebung aktiv zu werden, schauen Sie doch einmal bei unseren Gruppentreffen vorbei. Weitere Informationen erhalten Sie beim Vorstand oder indem Sie über unser Kontaktformular mit uns in Verbindung treten.